Hormone – kleine Boten mit großer Wirkung
Hormone sind winzige Botenstoffe, die in unserem Körper Großes leisten. Sie beeinflussen, wie wir schlafen, essen, denken, fühlen – und wie viel Energie uns zur Verfügung steht. Solange dieses fein abgestimmte Zusammenspiel gut funktioniert, läuft vieles ganz unbemerkt. Kommt es jedoch zu hormonellen Veränderungen oder Störungen, können wir das auf ganz unterschiedliche Weise wahrnehmen – körperlich ebenso wie seelisch.
Wie das Hormonsystem funktioniert, warum es für unser Wohlbefinden so wichtig ist und welche Faktoren zu einem gesunden hormonellen Zusammenspiel beitragen können, erkläre ich in diesem Blogbeitrag.
Das Hormonsystem funktioniert wie ein ausgeklügeltes Nachrichtensystem. Bestimmte Organe und Drüsen – sogenannte Hormondrüsen – produzieren Hormone und geben sie direkt ins Blut ab. Über den Blutkreislauf gelangen diese Botenstoffe zu ihren Zielorganen und lösen dort bestimmte Reaktionen aus.
Ein einfaches Beispiel:
Das Hormon Ghrelin wird vor allem im Magen gebildet und ist an der Entstehung des Hungergefühls beteiligt. Leptin wird dagegen hauptsächlich im Fettgewebe gebildet und spielt eine wichtige Rolle bei der längerfristigen Regulation von Hunger, Sättigung und Energiehaushalt.
Ein gut funktionierendes Hormonsystem trägt damit wesentlich zu zahlreichen körperlichen Abläufen, zu unserer Leistungsfähigkeit und auch zu unserem Wohlbefinden bei.
Die Hypophyse – der kleine Dirigent im Orchester des Körpers
Die Hypophyse, auch Hirnanhangsdrüse genannt, ist nur etwa so groß wie eine Erbse – und trotzdem unverzichtbar. Sie sitzt gut geschützt an der Unterseite des Gehirns und übernimmt eine zentrale Rolle im Hormonsystem.
Was macht die Hypophyse?
Man kann sich die Hypophyse wie einen Dirigenten vorstellen, der verschiedene Abläufe im Hormonsystem koordiniert. Sie bildet Hormone, mit denen sie unter anderem Signale an die Schilddrüse, die Nebennieren sowie die Eierstöcke und Hoden weitergibt.
Beispiele für ihre Aufgaben:
Stressreaktion
Über das Hormon ACTH gibt die Hypophyse Signale an die Nebennierenrinde und beeinflusst damit unter anderem die Bildung von Cortisol.
Wachstum
Die Hypophyse bildet Wachstumshormon. Dieses ist besonders im Kindes- und Jugendalter für Wachstum und Entwicklung von Bedeutung, erfüllt aber auch beim Erwachsenen wichtige Aufgaben.
Fortpflanzung
Hormone der Hypophyse sind an der Regulation des weiblichen Zyklus, der Funktion von Eierstöcken und Hoden sowie an verschiedenen Vorgängen rund um Schwangerschaft, Geburt und Milchbildung beteiligt.
Die Hypophyse und unsere Körperrhythmen
Viele hormonelle Vorgänge unterliegen einem natürlichen Tagesrhythmus. So verändert sich beispielsweise auch die Ausschüttung bestimmter Hormone im Verlauf des Tages.
Eine wichtige Rolle für unseren Tag-Nacht-Rhythmus spielt dabei der Hypothalamus. Dort befindet sich mit dem sogenannten suprachiasmatischen Nukleus eine Art innere Uhr des Körpers.
Hypothalamus und Hypophyse arbeiten eng zusammen. Dadurch sind auch zahlreiche hormonelle Abläufe in unsere natürlichen Tagesrhythmen eingebunden.
Teamarbeit mit dem Hypothalamus
Der Hypothalamus ist wie ein Manager, der fortlaufend Informationen aus dem Körper verarbeitet und an vielen Regulationsvorgängen beteiligt ist.
Die Hypophyse arbeitet eng mit ihm zusammen. Der Hypothalamus gibt der Hypophyse über verschiedene Botenstoffe Signale, welche Hormone vermehrt oder vermindert ausgeschüttet werden sollen.
Gemeinsam bilden Hypothalamus und Hypophyse damit eine wichtige Schaltstelle zwischen Nervensystem und Hormonsystem.
Die Schilddrüse – der Stoffwechselmotor
Die Schilddrüse sitzt vorne am Hals, unterhalb des Kehlkopfs, und sieht ein wenig aus wie ein Schmetterling. Trotz ihrer geringen Größe hat sie eine zentrale Rolle im Hormonsystem: Sie produziert vor allem die Schilddrüsenhormone T3 und T4, die an der Regulation des Stoffwechsels, des Energieverbrauchs und der Wärmeproduktion im Körper beteiligt sind.
Wenn die Schilddrüse zu wenig Hormone produziert – bei einer Schilddrüsenunterfunktion – können beispielsweise Müdigkeit, Antriebslosigkeit, vermehrtes Frieren oder Gewichtszunahme auftreten.
Bei einer Schilddrüsenüberfunktion läuft der Stoffwechsel dagegen verstärkt. Mögliche Beschwerden sind unter anderem Nervosität, Schlafprobleme, Herzklopfen oder Gewichtsverlust.
Auch das psychische Wohlbefinden kann durch Störungen der Schilddrüsenfunktion beeinflusst werden. Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit oder depressive Verstimmungen können deshalb auch im Zusammenhang mit einer Schilddrüsenerkrankung auftreten.
Allerdings sind all diese Beschwerden unspezifisch und können zahlreiche andere Ursachen haben. Bei länger anhaltenden Beschwerden ist deshalb eine entsprechende diagnostische Abklärung sinnvoll.
Gesteuert wird die Schilddrüse unter anderem über das Hormon TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon), das in der Hypophyse gebildet wird. Es gibt der Schilddrüse das Signal, die Produktion ihrer Hormone entsprechend anzupassen.
Die Bauchspeicheldrüse – Wächterin des Blutzuckers
Die Bauchspeicheldrüse, medizinisch Pankreas genannt, liegt quer im oberen Bauchraum. Sie ist ein echtes Multitalent: Einerseits bildet sie Enzyme, die für die Verdauung benötigt werden, andererseits ist sie ein wichtiger Teil des Hormonsystems.
Ihre hormonelle Hauptaufgabe besteht darin, an der Regulation des Blutzuckerspiegels mitzuwirken. Dafür produziert sie unter anderem zwei wichtige Hormone:
Insulin, das dazu beiträgt, den Blutzuckerspiegel zu senken,
und Glukagon, das dazu beiträgt, den Blutzuckerspiegel bei Bedarf wieder anzuheben.
Nach dem Essen sorgt Insulin dafür, dass Glukose aus dem Blut in die Zellen aufgenommen und dort als Energie genutzt oder gespeichert werden kann.
Wenn wir längere Zeit nichts gegessen haben, trägt Glukagon dazu bei, gespeicherte Glukose wieder verfügbar zu machen.
Ist dieses Regulationssystem gestört, kann sich beispielsweise eine Insulinresistenz entwickeln. Sie spielt bei der Entstehung eines Diabetes mellitus Typ 2 eine wichtige Rolle.
Beschwerden wie häufiges Hungergefühl, Heißhunger, Müdigkeit oder Konzentrationsprobleme können viele unterschiedliche Ursachen haben und reichen allein nicht aus, um daraus auf eine Störung des Blutzuckerstoffwechsels zu schließen.
Auch hier zeigt sich, wie eng unterschiedliche Stoffwechsel- und Regulationsprozesse im Körper miteinander verbunden sind.
Die Nebennieren – kleine Drüsen mit großer Stresskompetenz
Die Nebennieren sitzen wie kleine Kappen oben auf den Nieren. Sie sind zwar klein, produzieren aber verschiedene lebenswichtige Hormone, die unter anderem an der Regulation von Stressreaktionen, Stoffwechsel, Blutdruck sowie Salz- und Wasserhaushalt beteiligt sind.
Eine wichtige Rolle spielen dabei die sogenannten Stresshormone:
Adrenalin und Noradrenalin:
Sie werden bei körperlicher oder psychischer Belastung schnell ausgeschüttet. Herzschlag und Atmung können sich beschleunigen, Aufmerksamkeit und Reaktionsbereitschaft steigen und dem Körper wird kurzfristig Energie zur Verfügung gestellt.
Cortisol:
Cortisol ist ebenfalls an der körperlichen Stressreaktion beteiligt und erfüllt darüber hinaus verschiedene Aufgaben im Stoffwechsel und bei der Regulation von Entzündungsprozessen.
Stress ist zunächst eine ganz normale Reaktion unseres Körpers und ermöglicht es uns, uns an besondere Anforderungen anzupassen.
Problematisch kann es werden, wenn Belastungsphasen über längere Zeit anhalten und ausreichende Erholungsphasen fehlen. Dauerhafte Belastung kann sich beispielsweise auf Schlaf, Wohlbefinden, Stoffwechsel und Leistungsfähigkeit auswirken.
Davon zu unterscheiden sind tatsächliche Erkrankungen der Nebennieren oder Störungen der Cortisolproduktion. Diese müssen medizinisch diagnostiziert werden.
Die Nebennieren bilden außerdem weitere Hormone wie Aldosteron, das an der Regulation des Salz- und Wasserhaushalts beteiligt ist, sowie bestimmte Vorstufen von Geschlechtshormonen.
Ausreichend Schlaf, regelmäßige Erholungsphasen, Bewegung und eine abwechslungsreiche, nährstoffreiche Ernährung schaffen gute Voraussetzungen für die normalen Regulationsvorgänge unseres Körpers.
Die Geschlechtsdrüsen – Taktgeber für Zyklus, Fruchtbarkeit und Lebensphasen
Die Geschlechtsdrüsen – also Eierstöcke bei Frauen und Hoden bei Männern – produzieren Hormone, die für Fortpflanzung, Sexualität und Entwicklung eine zentrale Rolle spielen. Doch sie beeinflussen weit mehr als nur die Fruchtbarkeit.
Bei Frauen produzieren die Eierstöcke vor allem Östrogene und Progesteron.
Diese Hormone sind unter anderem an der Regulation des Menstruationszyklus, am Aufbau und an der Veränderung der Gebärmutterschleimhaut sowie an zahlreichen weiteren Vorgängen im Körper beteiligt.
In den Wechseljahren verändert sich die Hormonproduktion. Das kann sich beispielsweise durch Hitzewallungen, Schlafprobleme, Veränderungen des Zyklus oder Stimmungsschwankungen bemerkbar machen.
Bei Männern produzieren die Hoden vor allem Testosteron. Dieses Hormon spielt unter anderem eine wichtige Rolle für Muskelmasse, Knochenstoffwechsel, Libido und Spermienbildung.
Auch beim Mann verändert sich die Hormonproduktion im Laufe des Lebens und der Testosteronspiegel kann mit zunehmendem Alter langsam abnehmen.
Die Bildung der Geschlechtshormone wird über ein komplexes Zusammenspiel von Hypothalamus, Hypophyse, Eierstöcken beziehungsweise Hoden reguliert. Dabei geben verschiedene Hormone immer wieder Rückmeldung darüber, ob mehr oder weniger produziert werden soll.
Veränderungen der Geschlechtshormone können sich auf ganz unterschiedliche Weise bemerkbar machen – beispielsweise durch Veränderungen des Zyklus, Hitzewallungen oder Veränderungen der Libido und des allgemeinen Wohlbefindens.
Solche Beschwerden können jedoch auch andere Ursachen haben und sollten deshalb nicht automatisch einem vermeintlichen „Hormonungleichgewicht“ zugeschrieben werden.
Wohlfühl Hormone
Ein gesunder Lebensstil mit abwechslungsreicher Ernährung, ausreichend Schlaf, Bewegung und regelmäßigen Erholungsphasen schafft gute Voraussetzungen für die natürlichen Regulationsvorgänge des Körpers.
Auch in der Clustermedizin werden hormonelle Zusammenhänge im Rahmen des dort zugrunde liegenden ganzheitlichen Konzeptes betrachtet.
Zu den Clustermitteln, mit denen ich in meiner Naturheilpraxis in Dresden arbeite, gehört „Wohlfühl Hormone“.

Clustermittel setze ich nicht pauschal aufgrund eines einzelnen Symptoms ein. Die Auswahl orientiert sich an der individuellen Situation und der jeweiligen clustermedizinischen Betrachtung.
„Wohlfühl Hormone“ kann dabei Bestandteil eines individuell zusammengestellten clustermedizinischen Therapiekonzeptes sein.
Bei bekannten hormonellen Erkrankungen, auffälligen Laborwerten oder neu auftretenden beziehungsweise anhaltenden Beschwerden ist eine entsprechende medizinische Diagnostik wichtig.